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Abschied

Seit 24 Stunden weint nun schon der Himmel ueber Madrid und das macht mich noch trauriger. Dummerweise habe ich gestern nachmittag meinen Regenschirm verschenkt, um ein bissl Balast loszuwerden und einer Freundin einen Gefallen zu tun.

Ich sage also seit den letzten Tagen adios zu Freunden, Arbeitskollegen und was fuer mich das schmerzhafteste wird zu dieser einzigartigen Stadt. Heute wollt ich das vom Aussichtsturm tun - der Tragik und Melancholie wegen - aber diese Szene wurde mir nicht gegoennt, der ist seit einigen Monaten geschlossen.

Gestern abend habe ich bei uns zu Hause ein Abschiedsessen gemacht, war ganz schoen scharf, aber trotzdem lecker. Natuerlich war auch mein Kartoffelsalat dabei ; )

Morgen abend geht mein Flug, ich hoffe ich muss wegen meiner zahlreichen Errungenschaften nicht draufzahlen am Flughafen. Bis Sa abend bin ich noch bei meiner Mom in Holland und reite Sa abend puenktlich zum WG-Schnitzelessen in Erfurt ein (oder??). Das ist uebrigens mein erster freier Samstag abend seit 2 Monaten, ich hoffe doch irgendwo im verschlafenen Erfurt steigt ne kleine aber feine Party? Wer was weiss, ihr habt meine email-adresse, Tel.nr. usw.

Scheene war's mal wieder!! Ich liebe dieses Land, die Leute und die Sonne - dies ist mit Sicherheit kein Abschied fuer immer!!

17.10.06 19:26


Letzte Eindruecke

Also ich kann alle beruhigen, die Kakerlaken haben sich vorerst verdrueckt. Wahrscheinlich waren sie genauso erschrocken von mir im Schlafoutfit und warten jetzt bis ich wieder weg bin. Ja, da sind wir also beim Thema, ich habe jetzt noch genau eine Woche vor mir. Ich freue mich ja schon wahnsinnig auf zu Hause, meine Freunde und Family. Aber ich werde Madrid auch sehr vermissen. Weil die letzten Tage auch noch herrliches Wetter war, wird mir der Abschied wohl noch schwerer fallen. So schnell vergehen 3 Monate...

Seit dieser Woche habe ich kein Praktikum mehr, das heisst ich kann seit 6 Wochen endlich mal wieder ausschlafen. An meinem letzten Tag haben sich alle voll nett verabschiedet und ich wurde vom Chef herzlich fuer naechstes Jahr eingeladen. Ne sehr positive Beurteilung gabs noch dazu. Mein Betreuer war dann auch gleich am Sonntag mit seiner family bei mir im Restaurant essen. Jaja, so beliebt hab ich mich gemacht ;-)

Letzte Woche war dann die Melli mit ihrem Freund zu Besuch und wir haben ein paar sehr schoene Tage mit sightseeing, shoppen, feiern und zu viel Sangria verbracht. Die letzten Sightseeing-touren unternehm ich diese Woche noch, um auch ja alle Eindruecke von Madrid mit nach Hause zu nehmen. Heute bin ich nach Toledo gefahren, ca. 1 Stunde mit dem Autobus. Die Stadt ist ganz anders als Madrid, sehr spanisch mit vielen kleinen Gassen, wo gerade so ein Auto durchpasst (die fahren dann aber auch mit 50 durch), nur leider sind die Leute hier nicht so nett. Ich weiss auch nicht aber in Madrid sind sie echt freundlicher. Und Toledo ist viel viel teurer, die wollen hier in jeder kleinen Kirche mind. 2 Euro Eintritt. Seit Oktober sind in Madrid Massen an Touristen unterwegs, auch hier in Toledo hab ich mehr deutsch und englisch als spanisch gehoert. Dummerweise hab ich mir schon ein Rueckfahrtticket fuer 22 Uhr geholt und bin seit 3 Stunden fertig mit sightseeing. Die Stadt ist ziemlich klein und ich bin schon mind. 3mal im Kreis gelaufen. Also vertreib ich mir jetzt irgendwie die Zeit, in den 5 Modegeschaeften hier  war ich auch schon, sonst gibt es nur Touri-laeden. Ich schick bald wieder ein paar Fotos.

Muss jetzt zu meinem Bus. Endlich. Zurueck in die Grossstadt!!!

 

10.10.06 19:49


la cucaracha, la cucaracha, warum geht sie denn nicht aus?

Madrid, Avenida Isla Filipina, 3. Stock App. C - 6:40 - der Wecker klingelt gnadenlos. Schlaftrunken stolper ich aus meinem Bett, das laute Quietschen der Federn noch in den Ohren. Nur 4 Meter zum Bad. An der Tuer angekommen, greife ich zur Klinke und oeffne sie. Quieeetsch!!! Ach Mist, das Licht! Als sich meine verquollenen Augen an die Helligkeit gewoehnt haben, summt es in meinen Ohren:

 La cucaracha, la cucaracha, warum geht sie denn nicht aus? Weil sie kein Geld hat, weil sie kein Geld hat, darum bleibt sie halt zu Haus.

Fast bekomme ich gute Laune. Wenn da nicht die waeren, die das Lied singen... Salsa tanzen sie dazu, mit 8 Beinchen sieht das gar nicht mal so unprofessionell aus. Klein, mit schwarz-braunem Panzer, unkaputtbar  und in MEINEM Bad!!! Ich knall die Tuer hinter mir zu, renne in mein Zimmer und springe aufs Bett. Natuerlich kommt es ihnen ganz recht, dass sie wieder allein sind, schliesslich wollten sie gerade den Merengue lernen. Und durch die geschlossene Tuer hoere ich es:

La cucaracha, la cucaracha, warum geht sie denn nicht aus? Weil sie kein Geld hat, weil sie kein Geld hat... Und ploetzlich frage ich mich "Woher wissen die Kakerlaken von meinen finanziellen Engpaessen???"

27.9.06 20:09


Isa, die auszog, das Fluchen zu lernen...

Dass ich so lange nicht gebloggt habe liegt zum einen daran, dass in mein Leben der Alltag eingekehrt ist und zum anderen, dass das bedeutet, dass ich jeden Tage arbeite und deshalb weder Zeit zum Bloggen noch fuer spannende Abenteuer hatte. Was nicht heissen soll, dass ich in den letzten 2 Wochen nichts erlebt habe. Hier also die Zusammenfassung:

Mein Praktikum gefaellt mir nach wie vor sehr gut, teilweise mache ich Verwaltungskram am PC oder bereite Rechnungen oder Schecks vor, ansonsten lese ich mich viel durch Vertraege, Gesetze oder die Nachrichten im Internet, da ich die Nachrichten im spanischen TV schlecht verstehe. Und nachdem ich nach dem letzten Sommer doch einige Luecken aufgewiesen habe, was Geschehnisse betraf, halt ich mich besser auf dem Laufenden. Somit weiss ich also, dass der Dachstuhl im Haus Dacheroeden gebrannt hat ;-)

Das Klima in der Firma gefaellt mir sehr gut; nicht die deutsche Ruhe, sondern munteres Geplapper ueber die Zwischenwaende des Grossraumbueros hinweg. Dabei musste ich feststellen, dass es 2 entscheidende Unterschiede zwischen deutschen und spanischen Maennern gibt (abgesehen davon, dass die Spanier schoener sind, offener flirten und mit Komplimenten nur so um sich schmeissen):

1.Sie reden fast so viel wie die Frauen.

2. Sie sind multi-tasking-faehig. Das muessen sie auch sein, sonst wuerden sie nicht zum Arbeiten kommen.

So unterschiedlich kann Evolution sein... 

Mein "Mentor" in der Abteilung hat mir neulich eine Unterrichtsstunde im Fluchen gegeben. Die Spanier fluchen sehr viel, sehr laut und die "tacos" sind echt krass (Schwanzlutscher, Fotze, Hurensohn und mehr). Das ist hier aber ziemlich normal, fuer mich jedoch sehr gewoehnungsbeduerftig zu hoeren, geschweige denn einige zu benutzen. 

Der Job im Restaurant ist stressig, aber die Leute dort sind super. Gestern war ich mit einem Arbeitskollegen und ein paar Freunden noch feiern. Zum Schluss sind wir wieder im Schwulenviertel gelandet, diesmal ein Club und ich musste dort dummerweise dringend auf Toilette. Bloed, dass es sich dabei um ein Unisex-Klo handelte, wobei das Wort Sex eine entscheidende Rolle spielte :-/ Klein-Isa hat Dinge gesehen, die sie nie sehen wollte... Aber ich hatte dringendere Beduerfnisse in diesem Moment und wer meine Blase kennt...

Was mir hier etwas Sorgen machte war das Wetter. Letzte Woche hat es viel geregnet und war kalt. Aber das WE war es schon wieder schoen, aber der Sommer ist auch hier vorbei.

Letzte Woche war ich mit ein paar Leuten bei einem kostenlosen Flamencokonzert von einer bekannten Saengerin. Gute Stimmung unter den Spaniern, Klatschen, Tanzen und Olé-Rufe.  

Alles in allem bin ich hier sehr gluecklich, ich liebe die Stadt und das spanische Lebensgefuehl, das doch sehr anders ist als in Deutschland. Ich habe noch 4 Wochen hier vor mir, fliege am 18.10. nach Duesseldorf, bleibe noch 3 Tage bei meiner Mom in Holland und bin also ab 21.10. wieder in der Heimat.

Es gruesst und kuesst euch eure Isa

Ps: Ein Lob an Jule, die sich immer fleissig ins Gaestebuch eintraegt. Weiter so!

17.9.06 22:41


wer im Glashaus sitzt...

Endlich habe ich das Gefuehl, dass mein Dasein hier einen Sinn fuer mich macht! Ich habe heute meinen dritten Tag bei meinem Praktikum hinter mir und mein erstes Fazit ist durchweg positiv.

Am ersten Tag war klein-Isa erstmal voll beeindruckt von dem riessigen, supermodernen Glasbuero in dem die Firma sitzt. Dann wurde ich zu meinem eigenen Arbeitsplatz mit PC usw. am Fenster im 6. Stock mit Blick ueber Madrid gefuehrt. Spaeter hat mich der Geschaeftsfuehrer in sein Superbuero eingeladen und ich wusste, dass ich da gut aufgehoben und nicht nur die nervige Praktikantin bin. Dieser Eindruck hat sich bestaetigt, die Leute sind total nett und hilfsbereit und mein Verantwortlicher zeigt und lernt mir sehr viel ohne mich zu ueber- oder unterfordern. Ich lese mich also durch spanische und englische Vertreage und verstehe das meiste sogar noch. Dauert zwar mit Woerterbuch und Internet, aber so langsam blicke ich durch was dort passiert. Klingt fuer euch wahrscheinlich ziemlich trocken und oede, aber nicht fuer mich. Nur an das fruehe Aufstehen kann ich mich noch nicht ganz gewoehnen, aber zum Glueck ist die nachmittaegliche Siesta ja hier normal und ich brauche kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich nachmittags schlafe.

Mein Wochenendjob macht auch Spass, die Leute die dort arbeiten sind super und nach Arbeit wird immer viel Bier getrunken und letztes WE habe ich mit dem Chef Salsa getanzt. Er als Kubaner konnte nicht glauben, dass jemand aus Deutschland sich auch zu dieser Musik bewegen kann. Naechstes WE haben wir ne Geburtstagsparty, da gehen nach Arbeit alle zusammen feiern.

Das Wetter hier ist wieder spanisch geworden, das heisst superheiss. Tags sind ueber 30 Grad und ich kann selbst nach Arbeit noch 2-3 Stunden an den Pool gehen. Ich weiss ihr seid jetzt neidisch, der Sommer in Deutschland ist ja vorbei... Aber ihr goennt mir das ja, oder?

Bis bald, die Isa

30.8.06 17:21


Regen???

Nicht zu fassen!!! Mitten im August regnet es in Madrid und dann auch naoch ganze 10 cm/qm. Nicht nur das, die Temperatur fiel auch noch fuer 4 Tage unter 20 Grad. Natuerlich war ich darauf klamottentechnisch nicht so vorbereitet, obwohl ich ja wusste, dass es im oktober hier kaelter ist. Aber wie ihr wisst stand ich ja unter starkem Tabletteneinfluss als ich meinen Koffer gepackt habe. Die Situation war fuer mich Anlass, eine "kleine" Shoppingtour zu veranstalten. Schliesslich ist hier auch gerade Sommerschlussverkauf und das lohnt sich in Spanien mehr als bei uns. Ausserdem hilft Shoppen bekanntlich auch, Frust abzubauen. Und der stellte sich letzte Woche so langsam bei mir ein, da sich entweder kein Job finden liess oder der Arbeitgeber diese Sch..nr. wollte, die ich ja bekanntlich erst in 2 Monaten bekomme. Soviel zum Thema Dienstleistungsfreiheit in der EU. Ich bin echt ueberrascht, wie ernst die Spanier die Buerokratie nehmen, aber das liegt sicher daran, dass es hier so viele Auslaender gibt die arbeiten. Sicher sind die Kontrollen da strenger. Also eroberte ich Zara, Mango & Co. und was passiert am naechsten Tag - ich bekomme einen Job!

Jetzt habe ich also meine ersten Arbeitstagen in einem ziemlich noblen italienischen Restaurant (die unter uns gesagt aber ziemlich schlecht zahlen, aber der Mut der Verzweiflung liess mich trotzdem zusagen) hinter mir. Die Arbeit ist voellig anders als im schoenen Abacco, da im Moment nicht viel los ist und trotzdem immer 7 Kellner da sind. Aber die Leute dort sind sehr nett, die meisten in meinem Alter und mein Spanisch wird besser und besser... In den letzten 3 Wochen habe ich hier mehr gelernt als in 2 Monaten im touristischen Marbella. Ausserdem laesst sich der Job super mit dm Praktikum vereinbaren, da ich nur an den Wochenenden dort arbeite. Also habe ich jetzt fuer 6 Wochen eine 7-Tage-Arbeitswoche vor mir. Sicher werdet ihr bald zu lesen bekommen, dass ich voll im Stress bin und meine Langeweile hier vergessen ist. 

Sonst ist bei mir leider nicht viel passiert, diese Woche werde ich das Nix-tun endlich nochmal geniessen koennen und ab 28. August fange ich endlich das Praktikum an. Das Wetter ist auch wieder schoen, sodass ich mich diese Woche noch ins Freibad hauen werde und meinen Teint aufpeppe. Wie ich gehoert habe ist das Wetter bei euch ja auch wieder etwas besser geworden.

Also, ihr Lieben, fuehlt euch geknuddelt und gewuddelt, bis ihr keine Luft mehr kriegt (irgendwie ist das aus meiner Kindheit, aber ich habe keine Ahnung aus welcher Kindersendung das ist, vielleicht weiss es ja irgendjemand??).

Beso Isabel  

20.8.06 18:36


Buerokratie auf spanisch

Ja, heute durfte ich die schmerzhafte Erfahrung der Buerokratie in Spanien machen. Ich habe wahrscheinlich endlich nen Job gefunden, dafuer brauche ich aber eine Nummer dass ich hier zum Arbeiten gemeldet bin. Also war ich gestern bei der zustaendigen Polizei. Nicht ganz richtig, erst war ich bei der falschen Dienststelle, also auf zur richtigen. Aber was muss ich da sehen?? Eine Schlange von mindestens 60 Metern (ich uebertreibe echt nicht). Also hiess es heut morgen 6 Uhr aufstehen und 1,5 Stunden eher dort sein. Die Schlange vor mir war trotzdem noch 20 Meter lang, fast wie beim Take That Konzert (nicht dass ich jeh dort war), fehlten nur die Schlafsaecke, Klappstuehle und Thermoskannen. Nachdem ich erst in der falschen Schlange stand, dann als ich dran war noch ne Kopie brauchte, nochmal 1/2 Stunde am Copieshop anstand, hatte ich nach 3 Stunden doch nicht was ich brauchte. Die Nr. bekomme ich in 2 Monaten mit der Post!!! Aber ich hoffe doch es reicht, dass ich sie beantragt habe...

Die letzten Tage habe ich hier mit Sightseeing verbracht (Fotos folgen extra per mail, hier ist die kapazitaet zu klein), war im Freibad und hab hart an meinem Teint gearbeitet und hab mich auf sogenannten "Intercambios" mit Menschen aus der ganzen Welt  getroffen. Wenn man auf dem ersten Treffen war , was meist in Bars oder Pubs stattfindet, wird man von den Leuten die man kennenlernt am naechsten Tag zum naechsten Treffen geschleift. Aber so ist es sehr einfach Bekanntschaften zu machen und vor allem spanisch zu sprechen. Die meisten Leute sind Spanier oder Suedamerikaner. Ich verstehe jeden Tag mehr und das Sprechen geht auch langsam wieder. Aber die native speaker machen sowieso Riessenkomplimente wenn man spanisch mit ihnen spricht. Schon nach dem ersten Satz kann man "sehr gut", ja perfekt spanisch! Naja, die meisten Spanier sprechen ja gar keine anderen Sprachen.

Bis zum naechsten Mal, Isa  

10.8.06 12:01


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